Katholische Kliniken Ruhrhalbinsel                                    
 
 

Herzinfarkt: Schnellere Rettung in Hattingen

Feuerwehr in Niederwenigern erhielt Elektroschock-Gerät vom St. Elisabeth-Krankenhaus (März 2006)
Beim Herzinfarkt zählt jede Minute. Und oft entscheidet am Ende die Zeit, die bis zum Eintreffen von Rettungsdienst und Notarzt verstrichen ist. Doch was ist in ländlichen Gegenden oder Städten, deren Randgebiete nur nach längerer Fahrzeit erreichbar sind? Eine Frage, auf die Hattingens Feuerwehr buchstäblich eine schnelle Antwort hat: „Wir haben schon vor längerer Zeit in den Löschzügen Elfringhausen und Niederwenigern First-Responder-Gruppen gebildet“, sagt Stadtbrandmeister Jürgen Rabenschlag. Dank einer Spende des St. Elisabeth-Krankenhauses konnte die Gruppe aus Niederwenigern nun auch mit einem Defibrillator ausgestattet werden: einem Elektroschock-Gerät für Herz-Notfälle.

Was aus dem Englischen grob mit „Erst-Helfer“ übersetzt werden könnte, beschreibt eine „schnelle Eingreiftruppe“; Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, die besonders umfassend ausgebildet sind und innerhalb weniger Minuten in ihren Stadtteilen mit speziellem Rettungsgerät am Einsatzort sein können. „In Niederwenigern sind darunter auch Rettungsassistenten und zwei Notärzte.“ Dabei geht es nicht um den Ersatz des Rettungsdienstes. Jürgen Rabenschlag: „Der kommt in allen Bereichen Hattingens innerhalb der üblichen acht bis 12 Minuten nach Alarmierung. Doch oft können die Kameraden der Löschzüge schon früher am Einsatzort sein.“

Deshalb gilt in Niederwenigern und Elfringhausen seit langem eine besondere Regelung: Bei Bränden, größeren Unfällen oder bestimmten Notfällen werden die Freiwilligen-Löschgruppen neben den Wehrmännern der Hauptwache an der Friedrichstraße sofort mit alarmiert. Eine Aufgabe, für die in beiden Stadtteilen auch besondere Fahrzeuge stationiert sind – beispielsweise zur Bergung von Eingeklemmten aus Unfallautos. „Die First-Responder-Gruppe in Niederwenigern wird im Schnitt bis zu 30 Mal im Jahr alarmiert“, sagt Brandoberamtsrat Jürgen Rabenschlag. Schnelle Hilfe, die beim Herzinfarkt sogar entscheidend sein kann. Und darum ist der neue Defibrillator, ein handliches Gerät für
Elektroschocks, eine wichtige Hilfe für die Retter.

„Im Kampf gegen den plötzlichen Herztod und das gefährliche Kammerflimmern ist der Defibrillator unverzichtbar“, sagt Prof. Dr. Udo Rabast, Internist am St. Elisabeth-Krankenhaus in Niederwenigern. Der Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie leitet auch die Intensivstation. „Als wir vom Wunsch der Feuerwehr nach einem solchen Gerät für Niederwenigern erfuhren, stand für unsere Mitarbeiter fest: Das unterstützen wir mit dem Erlös unseres Weihnachtsbasars.“

Denn: „Unser gemeinsames Anliegen ist die schnelle und umfassende medizinische Versorgung der Bürger.“ Innerhalb der Katholischen Kliniken Ruhrhalbinsel gilt das Haus an der Essener Straße als überregional anerkannte Spezialabteilung mit Intensivstation: Die umfangreiche Patientenbefragung für den jüngsten Klinik-Führer Rhein-Ruhr sieht die Klinik in ihrem Fachbereich an erster Stelle. „Internistische Notfälle aus Niederwenigern und Umgebung finden bei uns innerhalb weniger Minuten moderne Diagnostik und Intensivbehandlung“, sagt Prof. Rabast. „Dabei sind wir aber auf die möglichst lückenlose Rettungskette vor uns angewiesen: Je professioneller die Minuten zwischen Infarkt und ärztlicher Hilfe überbrückt werden können, desto größer sind die Heilungschancen bei uns in der Klinik.“

Der neue Defibrillator soll nun dafür sorgen, dass diese Rettungskette in Niederwenigern dank der schnellen Helfer des Freiwilligen-Löschzugs noch enger geknüpft werden kann.

Stichwort: Defibrillator
Der Defibrillator soll mit einem gezielten Stromstoß möglichst viele Herzmuskelzellen gleichzeitig stimulieren, um die kreisende elektrische Erregung im Herzen beim so genannten Kammerflimmern zu unterbrechen und wieder eine regelmäßige Pumpleistung zu ermöglichen. Dies muss so schnell wie möglich geschehen, da beim Kammerflimmern die Sauerstoffversorgung des Gehirns rasch versiegt und damit zumindest schwere bleibende Schäden entstehen. Moderne „Defis“ sind leicht zu bedienen, da eine Software automatisch den Herzrhythmus analysiert und dann über die Notwendigkeit der Defibrillation entscheidet. Über Akkus wird dazu ein Kondensator aufgeladen, der dann den Stromstoß schlagartig über zwei handgroße Elektroden in den Brustkorb des Patienten abgibt.