Katholische Kliniken Ruhrhalbinsel                                    
 
 

Herztag im St.-Josef-Krankenhaus Kupferdreh: Informationen und praktische Übungen (November 2005)
Wie können die Überlebenschancen beim Herzinfarkt verbessert werden? Im Rahmen der Herzwoche dreht sich derzeit alles um die Minuten nach dem Infarkt. Beim „Herztag“ am Samstag im St. Josef-Krankenhaus Kupferdreh der Katholischen Kliniken Ruhrhalbinsel können die Besucher ihre Risiken testen lassen und sogar an Wiederbelebungskursen teilnehmen. Dr. Bernd Langmack, Leitender Arzt der Abteilung für Herz-, Kreislauf- und Gefäßerkrankungen, über schnelle Reaktionen, die Leben retten:

„Herzinfarkt? Niemals zögern – Notruf wählen!“ – warum stellt das Motto der diesjährigen Herzwoche der Deutschen Herzstiftung erneut das richtige Verhalten beim Infarkt in den Mittelpunkt?
Dr. Langmack: Trotz aller medizinischen Fortschritte ist die Sterblichkeit beim Herzinfarkt immer noch sehr hoch. Dies liegt in erster Linie daran, dass viele Patienten erst sehr spät Hilfe über den Notruf 112 holen und der Schaden am Herzen dann auch durch unsere modernen Methoden nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Dafür dürfen die betroffenen Herzmuskelanteile durch den Verschluss eines Herzkranzgefäßes nämlich nicht allzu lange von der Sauerstoffzufuhr abgeschnitten werden.

Gibt es dafür angesichts der vielen Aufklärungskampagnen eine Erklärung?
Dr. Langmack: Zum einen verdrängen viele Patienten die Beschwerden und hoffen auf spontane Besserung – oder sie führen ihre Beschwerden auf andere Krankheiten wie beispielsweise Wirbelsäulenleiden oder Magenprobleme zurück. Manche wollen aber auch besonders nachts oder am Wochenende „niemandem zur Last fallen“ oder den Rettungsdienst nicht „unnötig“ alarmieren. Wir müssen einfach versuchen, diese oft tödliche Zurückhaltung zu durchbrechen.

Wann sollte also über den Notruf 112 der Notarzt angefordert werden?
Dr. Langmack: Bei jedem starken Brustschmerz, der länger als fünf Minuten anhält – besonders, wenn er mit Schweißausbrüchen, Übelkeit oder Luftnot einhergeht. Die Angst vor einer Fehlalarmierung ist hier absolut unbegründet, denn selbst wenn es sich bei diesen Beschwerden „nur“ um eine schwerere Durchblutungsstörung des Herzens handelt, gehört der Patient sofort ins Krankenhaus.

Wie kann einem Patienten bei schneller Alarmierung des Notarztes geholfen werden?
Dr. Langmack: Alle Kliniken und niedergelassenen Ärzte im „Herzinfarktverbund Essen“ haben als gemeinsames Ziel, alle Patienten mit einem akuten Infarkt neben der sofortigen Stabilisierung innerhalb von 90 Minuten nach der Alarmierung des Notarztes in einem Katheter-Labor zu untersuchen – möglichst innerhalb von drei Stunden nach den ersten Schmerzen. Nach der Infarktdiagnose mittels EKG durch den Notarzt kann hier der eingetretene Schaden exakt bewertet werden, und in vielen Fällen können wir schon während der Herzkatheter-Untersuchung Verschlüsse sicher beseitigen und ohne Bypass-Operation durch einen Stent offen halten.

Samstag, 12. November: „Herztag“ in Kupferdreh
Vorbeugung, Früherkennung, Behandlung einschließlich Wiederbelebung und Nachsorge: Die Liste der Themen beim „Herztag“ im St. Josef-Krankenhaus Essen-Kupferdreh der Katholischen Kliniken Ruhrhalbinsel ist lang. Von 10 bis 16 Uhr werden am Heidbergweg 22-24 zahlreiche Vorträge und Seminare mit praktischen Übungen geboten, an denen sich neben den Klinik-Ärzten auch zahlreiche niedergelassene Ärzte beteiligen. Mit dabei sind auch die Feuerwehr Essen mit einem Notarztwagen sowie die REHA Kupferdreh mit Fitness- und Leistungstests. Außerdem bietet die Klinik-Cafeteria kostenlos leichte Köstlichkeiten aus der mediterranen Küche. Ein Faltblatt mit allen Terminen gibt es in vielen Apotheken, Arztpraxen sowie an der Information in der Klinik-Eingangshalle.
Durchschnittlich 1.500 Patienten werden jährlich in der Abteilung für Herz-, Kreislauf- und Gefäßerkrankungen der Katholischen Kliniken Ruhrhalbinsel stationär mit modernsten Untersuchungs- und Therapieverfahren behandelt. Dabei ermöglichen besonders die „bildgebenden Verfahren“ bis hin zum Kardio-MR und Herzkatheter genaue Diagnosen und eine optimale Weichenstellung für die Therapie des Patienten. In der jüngsten Patientenumfrage zum neuen Klinik-Führer Rhein-Ruhr belegt die Abteilung erneut einen Spitzenplatz unter den kardiologischen Kliniken im gesamten Ruhrgebiet.