Katholische Kliniken Ruhrhalbinsel                                    
 
 

Künstliches Kniegelenk per Mini-Schnitt

Neue „minimal-invasive“ Operationen in der Unfall- und Gelenkchirurgie am St. Josef-Krankenhaus (Oktober 2005)
Der Schnitt am Knie ist nur noch ganze acht Zentimeter lang – doch bei der neuen Technik geht es bei weitem nicht nur ums Aussehen: „Diese Entwicklung bei den Kniegelenk-Prothesen bedeutet für den Patienten ein kleineres Operationsfeld und damit in der Regel weniger Schmerzen, ein geringeres Infektionsrisiko, einen kürzeren Klinik-Aufenthalt und Rehabilitation und dadurch die schnellere Rückkehr in den gewohnten Alltag“, sagt Dr. med. Alexander Horst, Leitender Arzt der Unfall- und Gelenkchirurgie am St. Josef-Krankenhaus in Essen-Kupferdreh. Im dortigen Haus der Katholischen Kliniken Ruhrhalbinsel wird die neue Operationsmethode seit dem Sommer erfolgreich eingesetzt.

Allerdings eignet sich nicht jeder Befund für diese Technik: „Die so genannte einseitige Schlittenprothese kommt nur in Betracht, wenn lediglich eine Gelenkseite im Knie betroffen ist: der Innen- oder Außenspalt“, sagt Dr. Horst.
Doch auch den anderen Patienten mit Knie- oder Hüftbeschwerden können die Gelenk-Spezialisten aus Kupferdreh immer schonender helfen. „Das beginnt bei der Knie-Spiegelung zur exakten Diagnose.“ In manchen Fällen können dabei sogar kleinere Probleme wie Meniskusschäden oder Gelenkschleimhaut-Wucherungen gleich behoben werden. Und am Ende einer ganzen Reihe von individuellen medizinischen Möglichkeiten steht der vollständige Gelenkersatz: bei der Hüfte mit Pfanne und Hüftkopf, beim Knie mit dem vollständigen Oberflächenersatz in ungekoppelter oder vollgekoppelter Form als so genannte Scharnierprothese – wenn selbst die geschädigten Bänder und Kapseln sonst keine gute Gelenkfunktion mehr erlauben würden.

„Goldener Standard bei den Knie-Operationen ist der vollständige Oberflächenersatz, bei dem die abgenutzten Gelenkflächen auf beiden Seiten mit genau angepassten Implantaten überzogen werden“, beschreibt Dr. Horst. „Das ist im weitesten Sinne vergleichbar mit der Überkronung eines schadhaften Zahnes.“ Die Schnitte bei diesen Operationen werden immer kleiner, so dass beispielsweise auch immer weniger Muskelgewebe beschädigt werden muss.

„Die Eingriffe dauern heute ein bis zwei Stunden und sind Routine.“ Schon nach zwei Tagen soll der Patient aufstehen, und nach etwa 12 bis 14 Tagen kann er in der Regel die Klinik verlassen. Nach drei bis sechs Monaten geht der Patient dann meist wieder normal und schmerzfrei. „Wichtig ist aber, dass die Mobilisierung und Rehabilitation schon direkt nach dem ersten Aufstehen durch Fachkräfte beginnt“, sagt der Leitende Arzt, der vor drei Jahren umfangreiche Erfahrungen an großen Unfallkliniken in Duisburg und Frankfurt mit ans St. Josef-Krankenhaus brachte. Zusammen mit den hochmodernen neuen OP-Sälen und der Ausstattung konnte so die Unfall- und Gelenkchirurgie weiter spezialisiert werden: „Die Klinik hat beispielsweise schon 1999 das erste Computer-Navigationssystem in ganz Essen eingesetzt, das ohne Computertomographie und damit Strahlenbelastung arbeitet“, sagt Dr. Alexander Horst. Das System – nicht zu verwechseln mit den umstrittenen OP-Robotern! – liefert exakte Angaben beispielsweise zu Lage und Winkel des Gelenks.

Moderne Narkose-Methoden sowie das besondere Reha-Angebot am St. Josef-Krankenhaus haben zudem wesentlich zur Erleichterung der Patienten beigetragen: „Unsere Anästhesisten setzen mit der gezielten Schmerzbehandlung schon im Aufwachraum an“, sagt Dr. Horst. Und bereits auf der Station arbeiten die Ärzte eng mit den Physiotherapeuten der REHA Kupferdreh zusammen, die sich im St. Josef-Krankenhaus unter anderem auf die ambulante Rehabilitation spezialisiert hat. „So müssen unsere Patienten auf Wunsch nicht gleich wieder in eine ferne Klinik, sondern kehren nach der Operation rasch in ihre Umgebung zurück. Außerdem kann ihre Rehabilitation jederzeit mit den Ärzten unserer Abteilung abgestimmt werden.“

Patientenforum am Samstag, 15. Oktober 2005
„Wenn die Hüfte streikt oder das Knie schmerzt...“ ist denn auch der Titel des nächsten Patientenforums der Katholischen Kliniken Ruhrhalbinsel. Dr. med. Alexander Horst, Leitender Arzt der Unfall- und Gelenkchirurgie am St. Josef-Krankenhaus in Essen-Kupferdreh, stellt darin die modernen medizinischen Möglichkeiten bis hin zur Prothetik dar. Gleichzeitig geht es auch um Ursachen und Diagnose des Krankheitsbilds Arthrose – und um den richtigen Zeitpunkt für eine Entscheidung zum Gelenk-Ersatz. Gemeinsam mit dem Oberarzt der Anästhesie, Stefan Staar, steht Dr. Horst den Zuhörern danach für Fragen zur Verfügung. Die Teilnahme am Patientenforum am Samstag, 15. Oktober, von 15 bis 17.30 Uhr ist kostenfrei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Ort ist der große Saal der katholischen Gemeinde St. Josef in Essen-Kupferdreh, Heidbergweg (direkt neben dem St. Josef-Krankenhaus).