Geburt in der Unfall-Ambulanz
Notärzte des St. Josef-Krankenhauses halfen dem kleinen Vincent auf die Welt (Mai 2005)Ein Blumenstrauß für die Mutter des „1. Babys 2005“ im St. Josef-Krankenhaus Essen-Kupferdreh – doch Glückwunsch und Dank kamen zurück: für die Mitarbeiter der unfallchirurgischen Ambulanz, denn eigentlich hat die Klinik gar keine Gynäkologie und Geburtshilfe...
„Warum abwarten, bis ich im Kreißsaal bin? In der Chirurgie ist’s doch viel lustiger“ – was in der Geburtsanzeige von Vincent Aaron Simeon Schmale so locker klingt, war für alle Beteiligten in der Nacht seiner Geburt echter Stress. Der Kleine hatte sich offenbar für seinen Start ins Leben einiges vorgenommen: „Mein erster Streich war schon klasse: Wie halte ich die komplette Unfallchirurgie in Essen-Kupferdreh in Schach?“ Zunächst waren es aber die Eltern Ines und Jörg Schmale, denen kurz vor drei Uhr in der Früh klar wurde, dass die Geburt bevorstand. Also setzten sie sich ins Auto, um zur Entbindung nach Werden zu fahren. Doch schon nach wenigen Metern merkte die erfahrene Mutter, dass der Weg zu lang werden dürfte – und so bog Jörg Schmale um die Ecke in die Ambulanz des St. Josef-Krankenhauses ein.
Da blieb keine Zeit mehr für die Erkenntnis, dass die Katholischen Kliniken Ruhrhalbinsel, zu denen das Krankenhaus am Heidbergweg gehört, ihren Schwerpunkt unter anderem in der Unfall- und Handchirurgie, Plastischen Chirurgie, Neurologie und Inneren Medizin haben – aber eben keine Geburtshilfe besitzen. Dennoch lief die Hilfe sofort an: Der Unfallchirurg der Ambulanz bekam Unterstützung aus dem Haus vom diensthabenden Notarzt, der gerade auf weitere Feuerwehr-Einsätze wartete. Außerdem wurde eine erfahrene Krankenschwester der Intensivstation hinzugerufen. Und so kam Vincent ohne Komplikationen auf die Welt.
Anschließend wurden Mutter und Kind allerdings mit Krankenwagen und Inkubator zur weiteren Untersuchung ins Universitätsklinikum Essen gebracht – ein „Joint Venture“, für das sich die Familie in der Geburtsanzeige ausdrücklich bedankte. Die Mitarbeiter der Katholischen Kliniken Ruhrhalbinsel gratulieren der Familie ganz herzlich und freuen sich über das Lob. Ganz nebenbei können sie ein Kuriosum feiern: das erste Baby im St. Josef-Krankenhaus 2005 – ganz außerhalb von Krankenhaus-Bedarfsplan und Kassen-Budget. Vincent verspricht jedenfalls vielsagend in seiner Geburtsanzeige: „...und das war erst der Anfang!“



