Millionen-Investitionen in Kupferdreh
Moderne Medizin und Patientennähe: St. Josef-Krankenhaus schärft sein Profil. (April 2005)„Ein Patient mit akutem Befund wartet nicht gerne wochenlang auf einen Untersuchungstermin“, sagt Martin Blasig. Und daher sollen im St. Josef-Krankenhaus in einem künftigen „Darmzentrum“ in enger Kooperation mit den niedergelassenen Ärzten verstärkt auch ambulante Endoskopien angeboten werden. Ziel: eine möglichst wohnortnahe moderne Medizin, die dem Patienten jede Hilfe von seinem Hausarzt über die Klinik-Diagnose bis hin zur Operation durch Bauchspezialisten im neuen OP-Trakt bietet.
Seit seinem Start im Oktober letzten Jahres als Geschäftsführer der Katholischen Kliniken Ruhrhalbinsel beschäftigt sich Blasig mit dem künftigen Profil des Verbunds, zu dem auch das St. Elisabeth-Krankenhaus in Hattingen-Niederwenigern und das Altenkrankenheim St. Josef in Kupferdreh gehören: „Wir haben das Know-How und außerdem die einzige im Krankenhausbedarfsplan ausgewiesene Fachabteilung für Viszeralchirurgie in Essen.“
So arbeitet Dr. Martin Sulliga, seit Februar neuer Leitender Arzt der Allgemeinen Inneren Medizin am St. Josef-Krankenhaus, bei allen anstehenden Bauch-Operationen eng mit dem Leitenden Arzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie, Dr. Jürgen Friedrich, zusammen. Diagnostik und Therapie sind auf diese Weise an einem Ort möglich – bis hin zur komplizierten Leber-Operation. „Ich sehe gerne den gesamten Menschen“, sagt Dr. Sulliga. Und dazu gehören nicht nur Untersuchungen, Gespräche und die enge Zusammenarbeit mit dem Pflegedienst, sondern vor allem die Möglichkeit kurzer Wege für die Betroffenen.
„Das gilt besonders auch für die enge Vernetzung mit den niedergelassenen Ärzten, die für den Patienten eine wichtige Rolle spielen“, sagt Dr. Sulliga – von der Diagnose über die Vorbereitung auf einen Eingriff bis hin zur onkologischen Begleitung von Krebspatienten. „Natürlich wünschen sich die Betroffenen, soviel wie möglich ambulant machen zu können.“ Und so sind die entsprechenden Fallzahlen bei den ambulanten Endoskopien, also den Untersuchungen des Magen- oder Darmtraktes ohne Operation über einen Schlauch, bereits deutlich gestiegen. „Wir sind dabei in allen Verfahren auf dem neuesten Stand.“ Außerdem besteht mit der Gastroenterologie in Niederwenigern unter Prof. Dr. Udo Rabast ein weiterer wichtiger Kompetenzpartner.
Ein Trend, den auch der Erfolg der Ambulanten Tagesklinik bestätigt: „Wir hatten im letzten Jahr dort 1700 Operationen“, sagt Geschäftsführer Blasig. Die Patienten kommen morgens zur Operation im hochmodernen OP-Trakt am Heidbergweg, werden danach umfangreich betreut und gegen mögliche Schmerzen behandelt, um dann abends wieder daheim zu sein. „Wir setzen dabei verstärkt auf das endoskopische Operieren“, schildert Chirurgie-Chefarzt Dr. Friedrich die Vorteile der „Schlüssellochchirurgie“: Ein Schnitt von außen muss nicht gemacht werden.
Auf diese enge Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Kliniken sowie die ambulanten Angebote bauen die Katholischen Kliniken ihr künftiges Profil: „Nach den Millionen-Investitionen in den OP-Trakt folgt nun ab Sommer der Bau der neuen gemeinsamen Ambulanz sowie einer zentralen Aufnahmestation“, schildert Martin Blasig die Planungen für Kupferdreh. Ziel: die schnellere und bequemere Erreichbarkeit für Patienten. Ohnehin spielt die Nähe zu den Patienten und ihren Angehörigen bei den Katholischen Kliniken Ruhrhalbinsel traditionell eine sehr große Rolle: „Wir haben einen besonders hohen Anteil an Fachpersonal und legen trotz aller Sparzwänge großen Wert auf die Fort- und Weiterbildung“, sagt Hubert Brams, Leiter Personal und Organisation. Die Identifikation mit dem Haus misst sich nicht zuletzt an der Tatsache, dass die meisten Mitarbeiter schon lange dort beschäftigt sind. Dass sich diese Verbundenheit auch auf den Patienten auswirkt, bewies eine Umfrage des Initiativkreises Ruhrgebiet unter den Krankenhäusern der Region, in der die Katholischen Kliniken Ruhrhalbinsel besonders gut bewertet wurden.
Insgesamt 12.621 Patienten wurden im letzten Jahr stationär behandelt, im Schnitt 10,5 Tage lang. Die 423 Betten der beiden Kliniken waren damit zu mehr als 86 Prozent ausgelastet. Neben der so genannten Grund- und Regelversorgung für die Region bieten die Katholischen Kliniken Ruhrhalbinsel mehrere Fachabteilungen mit überregionaler und zum Teil bundesweiter Bedeutung an: Psychiatrie (Niederwenigern), Plastische Chirurgie und Handchirurgie als einzige ausgewiesene Fachabteilung in Essen sowie die Unfallchirurgie mit ihrem Schwerpunkt Schulter- und Ellenbogenchirurgie (alle Kuperdreh).
Zur Person:
Martin Blasig (45) ist seit Oktober 2004 Geschäftsführer der Katholischen Kliniken Ruhrhalbinsel. Den Diplom-Kaufmann und Betriebswirtschaftler (gebürtiger Niedersachse, verheiratet, zwei Kinder) zog es nach seinem Studium in Braunschweig und Münster nach Köln, wo er zuletzt Verwaltungsdirektor des Heilig Geist-Krankenhauses war. Der besondere Anspruch eines konfessionellen Krankenhauses spielt für ihn auch im Management eine große Rolle. „Führungskompetenz und christliches Selbstbewusstsein“ war daher das Thema eines Studiums in Theologie und Spiritualität neben seiner Leitungsfunktion in Köln.
Dr. med. Martin Sulliga (47) ist seit Februar 2005 Leitender Arzt der Allgemeinen Inneren Medizin am St. Josef-Krankenhaus in Essen-Kupferdreh. Der gebürtige Kölner (verheiratet, zwei Kinder) blieb aber seit der Schulzeit ein Essener mit Studium unter anderem in Bochum und Düsseldorf. Als Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie war er an mehreren Krankenhäusern Oberarzt, unter anderem in Wuppertal und Essen, und zuletzt Leitender Oberarzt am St. Elisabeth Krankenhaus Essen. Der anerkannte Diabetologe und Betriebsmediziner hat unter anderem die volle Weiterbildungsermächtigung für Gastroenterologie und kann damit Fachärzte ausbilden. Sein besonderes Interesse galt bereits früh dem Aufbau und der Organisation einer patientennahen ambulanten Endoskopie.



