Mai 2007 | Lückenlos und schnell: NRW-weit einzigartige Kooperation optimiert ambulante psychotherapeutische Weiterbehandlung
In den Räumen der Katholischen Kliniken Ruhrhalbinsel am St. Elisabeth-Krankenhaus Hattingen-Niederwenigern ist am Mittwoch, dem 30. Mai 2007, die neue Psychotherapieambulanz eröffnet worden. Die Außenstelle des Zentrums für Psychotherapie (ZPT) der der Ruhr-Universität Bochum unter der Leitung von Dipl.-Psych. Dr. Frank Meyer ergänzt mit dem ambulanten Angebot das breite stationäre und teilstationäre Therapiespektrum der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik mit Tagesklinik am St. Elisabeth-Krankenhaus, das den Versorgungsauftrag für den Ennepe-Ruhr-Kreis innehat. Diese Kooperation zwischen Hochschule und Klinik in der ambulanten Psychotherapie ist einzigartig in ganz NRW. Ziel ist es, vor allem die Versorgung von Patienten mit psychischen Problemen im Anschluss an eine stationäre Behandlung zu verbessern. Ambulante Weiterbehandlung schließt Lücke und verringert Wartezeiten
In Zeiten hohen Kostendrucks im Gesundheitswesen und dadurch immer kürzeren Verweildauern in stationären psychiatrischen Behandlungen wird die möglichst lückenlose ambulante Weiterbehandlung der Patienten immer wichtiger. Sowohl für die Patienten als auch für die stationären Behandlungseinrichtungen ist es oft nicht möglich, kurzfristig einen Platz für eine ambulante psychotherapeutische Weiterbehandlung zu finden. Mehrmonatige Wartezeiten auf einen ambulanten Psychotherapieplatz sind die Regel, so dass Patienten gerade in der Zeit, in der das Rückfallrisiko am größten ist, ohne psychotherapeutische Unterstützung auskommen müssen. Gleichzeitig erfordert es einen hohen zeitlichen Aufwand, um den Übergang von stationärer zu ambulanter Behandlung möglichst optimal zu gestalten. Wichtiges Ziel der Kooperation ist unter anderem auch die Vermeidung erneuter stationärer Aufnahmen.
Kooperation mit Modellcharakter
Priv. Doz. Dr. Thomas Zeit, Chefarzt der Psychiatrischen Klinik des St. Elisabeth-Krankenhauses, wandte sich mit dem Anliegen einer besseren Verzahnung ambulanter und stationärer Behandlung an den Leiter des ZPT der Ruhr-Universität, Prof. Dr. Dietmar Schulte. Das Resultat ist die Eröffnung einer Zweigstelle der Ambulanz in den Räumen des St. Elisabeth-Krankenhauses. Durch die räumliche Nähe wird die Versorgung der Patienten deutlich verbessert. Für die Patienten besteht schon während der stationären Behandlung die Möglichkeit, persönlich Kontakt mit einem ambulanten Weiterbehandler im gleichen Gebäude aufzunehmen. Die räumliche Nähe erleichtert darüber hinaus auch die Kontaktaufnahme der stationären und ambulanten Behandler untereinander. Die Effektivität dieser Verzahnung von stationärer und ambulanter Behandlung hat Modellcharakter – darüber sind sich die Gründungsväter einig – und soll darüber hinaus wissenschaftlich begleitet und weiterentwickelt werden. Mit der Kooperation in der Psychotherapieambulanz vertiefen St. Elisabeth-Krankenhaus und Ruhr-Universität gleichzeitig die Zusammenarbeit im Bereich Psychotherapie, die sich bislang in erster Linie auf die Ausbildung von psychologischen Psychotherapeuten konzentrierte.
Ein besonderer Schwerpunkt in der therapeutischen Arbeit der neuen Ambulanz liegt in der Behandlung von Patienten mit Angst- und Zwangsstörungen und Depressionen – Erkrankungen, die laut Schätzung der WHO in den nächsten Jahren stark zunehmen werden. Die Ambulanz steht natürlich auch Patienten offen, die nicht in stationärer Vorbehandlung waren.
Kontakt zur Psychotherapieambulanz:
Montags bis Freitag, 12.30 – 13.30 Uhr
Tel. (0 23 24) 389 67 77 oder (0 23 24) 46 21 75
Außerhalb dieser Zeiten kann eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen werden - der Rückruf erfolgt dann spätestens am nächsten Werktag.



